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Serie: Ironman 2 Comic Series
Jahr: 2010
 

Historie: Für alle, die Ironman nur aus den beiden aktuellen Kinofilmen kennen und in seiner langen Comic-Historie eher unbedarft sind, hier mal ein paar kleine Auszüge. 1963 erschien Ironman erstmals in der Comicserie „Tales of Suspense“ und seine Vorgeschichte ist fast 1:1 mit der aus dem ersten Ironman Kinofilm identisch, außer dass er irgendwo in Südostasien in Gefangenschaft geriet (Good Morning, Vietnam!) und nicht im nahen Osten. Ansonsten aber fast die gleiche Story: Tony baut mit Hilfe des ebenfalls gefangenen Wissenschaftlers Yinsen eine Rüstung, um zu entkommen. Das ist die graue Rüstung, der originale und allererste Ironman.

Wieder zurück in den Staaten baut Tony neue Rüstungen, u.a. eine goldene Version des Originals, und wird mit dieser zu einem Gründungsmitglied der Rächer (Avengers). Nur kurze Zeit später, nämlich 1965, zeigt Tony in den Comics zum ersten mal die Rüstung, die für die meisten alteingesessenen Fans auf immer und ewig die klassische und einzig wahre Ironman Rüstung sein wird, nämlich die rot-goldene Variante. Es sollte bis 1985 dauern, bevor diese Rüstung ihre Schuldigkeit getan hatte und in den Ruhestand gehen durfte, aber auch heute taucht sie immer wieder mal gerne in Flashbacks auf und wird auch ab und zu noch aus dem Schrank geholt, wenn eine von Tonys neueren Rüstungen mal den Geist aufgibt (zuletzt in der Comicserie „The Siege“ Anfang 2010). Somit ist sie die mit Abstand langlebigste und populärste Rüstung des goldenen Rächers.

Original Ironman: Das ist die Figur, die 1963 durch den südostasiatischen Dschungel stapfte und es Tony Stark erlaubte, wieder nach Hause zu gelangen. Ähnlich wie schon der Mark 1 der Kinorüstungen stellt diese Figur ganz hervorragend das dar, was sie sein soll: Ein zusammengezimmerter Haufen Schrott, eben alles was gerade zur Hand war, und von Hand irgendwie in Form gehämmert. So viele Details wie die Kinoversion hat diese Figur nicht, aber auch das geht völlig in Ordnung, denn in den Originalcomics aus den 60ern waren die Figuren auch noch einfacher gezeichnet. Insofern ein sehr gutes Abbild.

Die Gelenkigkeit der Figur ist gut, wenn man sich auch an die Gelenke zwischen Hüfte und Beinen erst ein wenig gewöhnen muss. Wahrscheinlich ist sie sogar gelenkiger, als es ein „echter“ Ironman dieser Art wäre, denn die Figur kann problemlos den Kung Fu Kick bewerkstelligen, was einem Mann in einem derartigen Eisenanzug eher schwer fallen dürfte.

Das einzige Gimmick der Figur ist ein aufsteckbarer Feuerstrahl, der quasi einen Schuss aus dem Repulsor der Rüstung darstellen soll. Der Feuerstrahl kann auf eine beliebige Hand aufgesteckt werden. Einfach, aber sehr effektiv wie ich finde. Außerdem hat die Figur noch einen Ständer (den sie eigentlich nicht braucht, denn sie ist standfest) und eine Karte dabei, die aus drei Teilen besteht, die übereinander gesteckt werden.

Insgesamt also eine einfache, aber gut gelungene Umsetzung der originalen Ironman Rüstung. Keine Ahnung was der Junge durchgemacht hat, dass er so zerkratzt ist, übrigens, aber es sieht ziemlich gut aus. Diesen Look kenne ich sonst eigentlich nur von Custom Figuren, insofern hier nochmal Extra Daumen hoch für das tolle Finish.

Classic Ironman: Diese Figur hier ist ein nahezu perfektes Ebenbild der Rüstung, die zwanzig Jahre lang der einzig wahre und absolut echte Ironman war. Lt. Marvel Handbuch ist es die Mark V, aber für die Fans ist es einfach nur „Classic Ironman“. Anders als die originale Ironman Rüstung macht diese Figur hier mehr den Eindruck eines Spandex-Anzugs mit einigen Zusatzmodulen denn einer vollständigen Rüstung, was zum einen den Comic-Stil sehr gut wiedergibt, aber auch einen story-technischen Hintergrund hat. Denn diese Rüstung hier war die erste, die nicht aus starren Teilen sondern aus zahllosen einzelnen Metallplättchen bestand, die wie bei einem Kettenhemd alle ineinander greifen und somit sehr flexibel sind. Deshalb war das hier auch die erste Rüstung, die in den Comics in einen Aktenkoffer hineingepasst hat (und somit die Inspiration für die „Koffer-Rüstung“ aus dem Kinofilm darstellt).

Die Figur ist deutlich schlanker als die sperrigere Original-Rüstung und wirkt, obwohl sie eigentlich identische Gelenke hat, dadurch beweglicher. Besonders gefallen mir hier die Details, z.B. die in die Handflächen skulptierten Repulsor-Öffnungen oder auch die Rillen in den Stiefeln. Eine perfekte Umsetzung des klassischen Comic-Looks, da gibt’s nichts dran zu meckern.

Classic Ironman hat zwei Zusatzteile dabei. Das eine ist, wie schon beim Original Ironman, ein Feuerstrahl zum Aufstecken auf die Hand. Hier genauso gut wie schon oben. Das zweite ist eine Feuersäule für unter die Füße, die darstellen soll wie Ironman gerade in die Luft startet bzw. zur Landung ansetzt. Soll wohl wiederspiegeln, dass diese Ironman Rüstung hier laut Profiltext die erste ist, die fliegen konnte. Stimmt zwar nicht (schon die zweite Ironman Rüstung konnte fliegen und das hier ist die fünfte), ist aber trotzdem schön umgesetzt, deshalb auch dafür Daumen hoch. Und auch dieser Ironman hat einen Ständer und eine dreiteilige Karte dabei.

Fazit für diese Figur: Ich wüsste ehrlich nicht, wie man sie noch besser hätte machen können. Wunderbar.

Bemerkungen: Ich komme nicht umhin es toll zu finden, dass es im Rahmen des Merchandising für den zweiten Ironman Kinofilm auch diese spezielle Comic-Serie gibt, die diverse Ironman Rüstungen und Bösewichter aus der langen Comic-Historie des goldenen Rächers rausbringt. Nichts gegen die Rüstungen aus den Filmen, aber für mich als alten Comic-Leser hängt speziell an der Classic-Version hier eine Menge Nostalgie. Das ist der Ironman, mit dem ich groß geworden bin, dessen Abenteuer ich in den Taschenbüchern vom Condor-Verlag verfolgt habe und der auch in diversen Zeichentrickserien (z.B. Spider-Man und seine außergewöhnlichen Freunde) dabei war. So wie für mich die Generation 1 immer die wahren Transformers sein werden, so ist das hier für mich auch der einzig wahre Ironman. Und natürlich darf man auch den Original Ironman nicht vergessen, auch wenn er nur recht kurzlebig war, denn damit fing alles an.

Fazit also: Für alle, deren Ironmanie sich nicht alleine auf die Kinofilme beschränkt, sind diese Figuren hier ganz klar ein Muss. Die Classic Version noch mehr als die Original-Version.

Gesamtnote: 1- (Original) und 1 (Classic)


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